Linkjuice

Als Linkjuice wird die Kraft bzw. werden die Eigenschaften eines Links bezeichnet, mit denen dieser zur Berechnung des Wertes einer Webseite für Google oder andere Suchmaschinen beiträgt.

Diese Kraft ist ein fiktiver Wert, der sich (außerhalb des Google Algorithmus) unmöglich für den einzelnen Link berechnen lässt, weil eine Vielzahl von miteinander vernetzten Faktoren dazu beiträgt. Es steht jedoch fest, dass der Linkjuice an sich einer der wesentlichen Faktoren ist, die zu einem guten Ranking einer Website in den Suchergebnissen beitragen.

Faktoren, die den Linkjuice beeinflussen

Allerdings gehören zur Berechnung dieses Rankings noch eine große Zahl weiterer Faktoren. Man schätzt, dass es derzeit um die 250 sein könnten, die aufwertend oder abwertend zur Platzierung einer Webseite beitragen. Die wichtigsten dieser Faktoren lassen sich daran erkennen, wie schnell und wie stark eine Webseite ihre Position in den Suchergebnissen nach oben oder unten verändert, wenn einer dieser Faktoren berücksichtigt oder vernachlässigt wird. Dazu gehören abwertende wie Duplicate Content und Keyword Stuffing und aufwertende wie schnelles Ladeverhalten oder ein perfektes Responsive Design. Der gesammelte Linkjuice einer Webseite gehört zu den wichtigsten Faktoren.

Linkjuice vertieft erklärt

Im Internet bzw. im World Wide Web spielen die Links eine entscheidende Rolle. Mit den Links erreicht man andere Webseiten, andere Inhalte, gelangt auf Anzeigen oder Beschreibungen und gewinnt generell mehr Informationen. Das World Wide Web ist sozusagen eines der komplexesten Netzwerke der Welt, das nur noch von natürlichen Phänomenen wie z.B. dem globalen Netzwerk der Pilze übertroffen werden dürfte. Jeder Link entspricht einer Empfehlung oder einem Nachweis. Wenn man eine Webseite betreibt, die qualitativ einen so hohen Informationswert oder eine so hohe Gewinnmöglichkeit bietet, dass viele andere Webseiten mit Links auf sie verweisen, stellt sie einen der wichtigen Knotenpunkte des Netzwerks dar. Diese Webseite besitzt einen hohen quantitativen Linkjuice. Wenn jetzt auch noch Links dazukommen, die ihrerseits von wichtigen und hoch angesehenen Knotenpunkten gesetzt worden sind, besitzt die Webseite auch noch einen hohen qualitativen Linkjuice. Als Beispiele lassen sich Wikipedia, Amazon oder Google selbst hernehmen. Ein weiterer Faktor, wie viel Linkjuice ein Link auf die eigene Seite enthält, errechnet sich verständlicherweise daraus, wie hoch Google diese Seite im Page Rank bei den Suchergebnissen bewertet hat. Je größer der thematische Bezug des eingehenden Links von einer wertvollen Webseite auf die eigene ist, desto mehr Linkjuice gibt er her, weil er zusätzlich zum Bekanntheitsgrad auch noch den informativen Mehrwert der Seite beweist.

Funktionsweise des Linkjuice

Man spricht davon, dass ein Link seinen Linkjuice vererbt, sprich, alle wertvollen Eigenschaften der Webseite werden auf die eigene übertragen, stärken ihren Wert und natürlich auch ihren Linkjuice anteilig. Jedoch wird der ausgehende Linkjuice auf alle Links verteilt, die von dieser Seite ausgehen. Selbst wenn also ein Link von Wikipedia auf die eigene Seite verweist, ist das zwar wünschenswert. Aber den Linkjuice teilt man sich mit Millionen anderer Links, die von Wikipedia ausgehen. Ein idealer Linkjuice käme also von einer extrem hoch angesehenen Webseite mit einer erstklassigen Platzierung in den Suchergebnissen und entsprechend vielen Besuchern. Gleichzeitig dürfte diese Seite nur auf wenige andere Seiten verlinken. Negativer und abwertender Linkjuice käme dann von Webseiten, die fragwürdige Inhalte beispielsweise aus Wetten oder Pornografie anbieten und gleichzeitig hunderte Links auf andere Webseiten setzen, auch ohne thematischen Bezug. In den Lexikonartikeln Backlinks und Linkbuilding finden sich weitere Informationen dazu.

Besonderheiten bei der Arbeit mit Linkjuice

Es gibt aber weitere Besonderheiten, bei denen der Linkjuice eine Rolle spielt. Man selbst als Webseitenbetreiber verteilt ja auch Linkjuice, in dem man Links auf andere Seiten setzt. Während noch vor einigen Jahren viele Webseitenbetreiber Links auf andere Seiten vermieden, um nicht Linkjuice von der eigenen Seite abzuziehen, hat sich das mittlerweile etwas geändert. Ein Link, der auf wertvolle Informationen verweist, die das eigene Thema ergänzen, kann von Google durchaus als positiv im Sinne des informativen Mehrwerts der Seite angesehen werden. Jedoch muss hier noch etwas weiteres bedacht werden. Links, denen Google bei der Indexierung und damit Verteilung des eigenen Linkjuice nicht folgen soll, werden üblicherweise mit einem “Nofollow” Hinweis versehen. Damit wollen Betreiber verhindern, dass der eigene Linkjuice abfließt. Google verteilt den Linkjuice einer Seite jedoch auf alle Links, die gesetzt werden. Die Links mit dem Nofollow Signal schlucken also Linkjuice, ohne dass irgendjemand etwas davon hat. Dann schon lieber ein paar “We Du mir, so ich Dir” Vereinbarungen mit anderen thematisch ähnlichen Webseiten und deren Betreibern.

Die eigene Startseite für den Linkjuice nutzen

Als weiteren Gesichtspunkt beachte man, dass der Linkjuice z.B. einer Startseite im Normalfall der stärkste einer Webseite ist. Google vererbt diesen Linkjuice auch auf Unterseiten der gleichen Webseite, wenn von der Startseite auf sie verlinkt wird. Ähnliches gilt für Unterseiten, die sinnvoll aufeinander verlinken. Ein sinnvolles also auch für externe Besucher nützliches internes Netzwerk einer Webseite stärkt in Verbindung mit einer klaren Struktur den Linkjuice und damit den Page Rank der gesamten Webseite.

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